4. IBB-Innovationskonferenz zur Netzwerkentwicklung in der Modellregion OWL

„Gelingensverantwortung leben?!“

Unter diesem Motto stand die 4. IBB-Innovationskonferenz zur Netzwerkentwicklung in der Modellregion OWL

Mit einem Grußwort eröffnete am 15. November 2016 Herr Markus Rempe, Kreis Lippe, die vierte IBB-Innovationskonferenz, die diesmal im Kreishaus Lippe stattfand. Frau Petra Franke, Mitglied der Koordinierungsstelle des IBB, führte die geladenen Gäste - Schulleitungen, Schulträger und andere an beruflicher Bildung beteiligte Adressaten aus OWL - durch das vielseitige Programm.

4te innovationskonferenz 2016

Im Mittelpunkt der Tagung stand für die Gäste die bedeutsame Frage, wie die Verantwortung zum Gelingen einer nachhaltigen IBB-Netzwerkentwicklung und Qualitätssicherung beruflicher Bildung gelebt werden soll. Der Blick zurück auf erarbeitete Ergebnisse des letzten Schuljahres, aber auch der Wille, über die weitere Vorgehensweise im IBB-OWL nachzudenken, trugen dazu bei, Antworten zu finden.

Das Vormittagsprogramm beinhaltete zunächst ein Interview zur Standortbestimmung des IBB. Im Focus stand dabei, die Gelingensbedingungen für das IBB rückblickend und zukünftig zu identifizieren. Im Gespräch mit Herrn Dr. Andreas Buder waren Vertreterinnen und Vertreter der drei leitungsverantwortlichen Netzwerkguppen Schulleitung, Schulträger und Schulaufsicht. Auf die letzte Interviewfrage „Wo, glauben Sie, steht das IBB in fünf Jahren nach Beendigung des Modellversuchs?“ wurde sinngemäß wie folgt geantwortet:

Frau Christiane Wauschkuhn, Rudolf-Rempel-Berufskolleg Bielefeld, als Vertreterin der Schulleitungen „Ich glaube, wir haben alle ein Stück weit gelernt, dass Kooperation sinnvoll ist – wenn auch manchmal mühselig. Ich gehe darum davon aus, dass es das IBB in einer schlankeren Form weiterhin geben wird. Unterstützt würde eine weitere Kooperation, wenn das Ministerium in fünf Jahren tatsächliche Freiräume für verantwortliches Handeln der Schulleitungen/der Bezirksregierung definieren würde, innerhalb dessen das Netzwerk zugunsten der Region agieren könnte.“
Herr Klaus Kuhlmann, Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe, als Vertreter der Schulträger „Noch nicht da, wo wir stehen sollten. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg, landesweit als echte Modellregion wahrgenommen zu werden, deren Berufskollegs wesentlich mit zu der wirtschaftlichen Entwicklung OWL beigetragen haben und im Verbund mit Hochschulen und Wirtschaft weiter mit beitragen werden.“
Herr Wolfgang Pägel, Bezirksregierung Detmold, Dezernat 45, als Vertreter der Schulaufsicht „Ich wünsche mir eine Verstetigung dieses Prozesses und aller Maßnahmen. Das setzt die Bereitschaft voneinander zu lernen in gleicher Weise voraus, wie den aufrichtigen Wunsch, miteinander die Region weiter zu gestalten.“

Es schloss sich ein interessanter Fachvortrag zum Thema „Anmerkungen zum Vertrauen in den Alltag der Netzwerkarbeit“ an. Herr Professor Dr. Buschfeld von der Universität Köln zeigte in seinen Ausführungen anhand von zwei mal drei Thesen auf, welche Faktoren zum Gelingen, aber auch zum Scheitern von Netzwerken beitragen können, so z. B. das Vertrauen in ein Netzwerk oder die Freiwilligkeit der Mitgliedschaft:

  1. Projekte und Netzwerke sind auf ein Ende ausgelegt. Projekte sollen sich nach getaner Arbeit auflösen,
    Netzwerke ändern sich mit ihren (personalen) Akteuren. Für die Ziele gilt entsprechend:
    1. Das IBB-OWL verfügt nicht über Ziele mit Befristung, die irgendwann mal als erreicht definiert werden können!
    2. Die Ziele ändern sich nicht, wenn einzelne Personen als Treiber aufgeben oder ausfallen!
  2. Kooperation und Koordination sind gegensätzliche Begriffe für Zusammenarbeit. Koordination ergibt sich aus einem aufgabenbezogenen Nebeneinander als Zusammenarbeit, Kooperation aus einem situationsgebundenen (aufgabebezogenen) Miteinander durch eine Zusammenarbeit.
    1. Das IBB-OWL unterscheidet bei dem Arbeits-/Aufgabenspektrum nicht zwischen Aufgaben, die durch Effizienz der Aufgabenteilung (Nebeneinander) bewältigt werden können und den Aufgaben, die sich nur durch die Mühen kooperativer Problemlösung bewältigen lassen (Miteinander)!
    2. Es fehlen die Regeln für die Ausführungen im Auftrag des Netzwerkes und für die Ausführung eines Auftrages als Netzwerk – daher wird der Netzwerkterminkalender dichter und dichter!
  3. Vertrauen ist ein Schmiermittel, ein Antriebsmittel und ein Heilmittel im Alltag der Netzwerkarbeit. In der Projektarbeit trägt es mit zum Gelingen (Projektergebnis und dessen Verbreitung im Netzwerk) bei. Für die Arbeit als Netzwerk ist Vertrauen eine Bedingung, keine steuerbare Größe.
    1. Das IBB-OWL kann genügend verstetige und verbreitete Projektideen als „gelungen“ vorweisen, die vom Netzwerk
      verantwortet werden!
    2. Vor lauter Arbeit im und am Netzwerk bleibt immer weniger Zeit, uns Inspiration zu sein!

Diese Thesen wurden in einer Arbeitsphase am Nachmittag von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertieft, diskutiert und von Herrn Professor Dr. Buschfeld kommentiert.

Die Ergebnisse bzw. deren Zusammenfassung stellen wir hier als PDF-Datei (2,2MB) zur Verfügung.

Kurz vor der Mittagspause ging es um die Bedeutung früherer IBB-Projekte. Unter dem Leitgedanken „Ist Innovation nachhaltig?“ führte Herr Dr. Klieber ein Interview mit

  • Herrn Andreas Czorny (IBB-Projekt Inklusion),
  • Herrn Dietmar Hampel (IBB-Projekt Gesundheit) und
  • Herrn Michael Köster (IBB-Projekt Peer Review).

An die Fragestellungen zum Inhalt, Verlauf und Zielsetzung der Projekte schloss sich abschließend die Frage, wie der Transfer dieses in den Projekten erzielten Wissens in andere Berufskollegs realisiert werden könne. Die Interviewten machten dazu konkrete Vorschläge wie: fester TOP auf einer Lehrer(innen)konferenz eines jeden Berufskollegs zur Information über die IBB-Aktivitäten; Beibehalten der jährlichen IBB-Innovationskonferenz; IBB-Homepage; weitere Plattform initiieren zur Verbreitung der IBB-Projektergebnisse.

In der zweiten Hälfte des Tages standen die Präsentationen der aktuellen regionalen IBB-Projekte im Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um sechs Projekte:

  • Mobile Learning
  • Netzwerkentwicklung
  • Lernfabrik 4.0
  • Unterrichtsentwicklung
  • Kulturelle Bildung im Berufskolleg
  • Führungskräfteentwicklung

In Form von Workshops dokumentierten die Vertreterinnen und Vertreter von Berufskollegs aus schulträgerübergreifenden Bezirken den Gästen die aktuelle IBB-Netzwerkentwicklung.

Zum Abschluss der Fachtagung fasste Herr Helmut Zumbrock, Bezirksregierung Detmold, die Ergebnisse aus der Fachtagung zusammen. Er betonte die Notwendigkeit, die geteilte Verantwortung in gemeinsame Verantwortung umzusetzen, um das Netzwerk IBB als eine gemeinsame Vision von einer erfolgreichen Bildungslandschaft zu realisieren. Herr Zumbrock schloss die Veranstaltung mit einem Dank an alle Anwesenden für das gezeigte Interesse und Engagement.

Buschfeld Buschfeld1
Buschfeld2 IMG 1666
IMG 1668 IMG 1678
IMG 1697 IMG 1698
IMG 1699 IMG 1701
IMG 1702 IMG 1704
IMG 1708 IMG 1709
Pause1 Podium2 Zuschnitt
Podium Zuschnitt1  

 

 

© 2014 ibb-owl.de + mod. globbersthemes
Website Security Test